Musician

Als Musiker, also Sänger, Texter, Composer und Instrumentalist begehe ich Morde an Stilgrenzen, um des Spaßes wegen. Es gibt keine Wege, die ein Musiker nicht beschreiten sollte. Das Resultat kann harmonisch sein oder verstörend – je nach Intention. Dennoch habe ich ein Faible für die Hochzeit von Akustik-Pop und Electronic – oft mit harten Beats.

Meine Texte sind teils fließend und liebend, teils quälend kritisch, teils treibend fröhlich – Aber immer ehrlich.
Ein Text, gesprochen oder gesungen kann manchmal störend sein. Ich mag es, wenn die Musik eigenständig Bände darüber erzählt, was ich als Autor vermitteln möchte. So lasse ich oft den Text im Refrain weg oder habe ausgiebige, instrumentale Intros oder noch beträchtlichere Outros. Ich gehe sogar so weit und sage, dass nur dann Text nötig ist, wo die Musik die Message nicht mehr alleine an’s Ziel bringt. Das mag wohl der Grund sein, wieso ich immer erst die Musik vor dem Text mache.

Die Kompositionen sind meist so gestrickt, dass sie erst mich umhauen müssen und dann am nächsten Tag wieder mich.
Falls nicht, muss ich daran etwas verändern. Es  geht nicht darum, ein Stück immer wieder anhören zu müssen. Manche meiner Songs höre ich nach einer Woche schon nicht mehr. Vielmehr ist es mir wichtig, keine langweiligen Albumtracks zu produzieren, die man halt schon irgendwo platzieren kann. Es gibt diverse Methoden einen Ohrwurm in ein Stück einzubauen – ich habe meine eigenen, die ich nicht verraten werde.

Am Klavier fühle ich mich schon fast ein ganzes Leben lang am wohlsten. Was hier meine Tasten bisher schlucken mussten, was ich woanders nicht spucken durfte. Das Klavier gibt das wieder, was ich darin einfließen lasse: Harmonie oder Zorn. Zu Allem fähig. Wenn die Welt doch nur so schwarz-weiß wäre, wie die Klaviatur einem suggeriert. Es braucht eben bunte Kompositionen, aus denen dann die Vielschichtigkeit hervorgeht. Ich bin noch am Anfang.
Darüber hinaus bin ich an den Percussions im Eigentümerverhältnis und an der Gitarre Mitbewohner.

Singen ist für mich eine Befreiung aus der Enklave der Erziehung, á la “Psscht. – Nicht schreien! – Nicht so laut!”. Relativ spät für mich entdeckt, entwickelte sich mein Zwerchfell  parallel zu meiner Überzeugung, dass die Welt laute Stimmen braucht – und das nicht minder kontrolliert. Ich singe Dinge, die ich mich nicht traute zu sagen. Nur, was wenn ich mich jetzt plötzlich diese Dinge traue zu sagen? Was singe ich nun?
So entwickle ich mich weiter. Ich bin gespannt.